Hey ihr alle, die meine Zeit hier verflogen! Tut mir leid, es ist schon wieder ein bisschen her, seitdem ich das letzte Mal geschrieben habe...
Es passiert hier im Moment eigentlich sehr viel. Vor allem die Zeit vergeht wie im Flug, in ein paar Tagen bin ich seit einem Monat hier und hab das noch nicht einmal realisiert. Ich habe noch drei Arbeitswochen vor mir und dann...ja...dann komme ich wieder nach Hause. Ich hoffe, ihr wollt mich eh wieder haben?
Wenn ich durch die Straßen New Yorks laufe, frage ich mich oft, was wirklich typisch für New York ist. Die Leute?
Zum Beispiel die eine Frau die ich in der Schlange zum einzigen öffentlichen Klo der Stadt getroffen habe, die sich im Spiegel ansieht und sagt: "My god, every minute of my life I am getting fatter.", sie dreht sich zu mir um: "Or maybe it is just the mirror?" Ich nicke und lache. "Sure, it's just the mirror." "But who's to blame? I am old and I am always eating and eating."
Ich fand diese Frau einfach genial.
Oder eine Szene, die in der Ubahn erst vor kurzem passiert ist. Ein Kerl steigt ein und ich sehe ihn nur aus dem Augenwinkel und sehe, dass er irgendwas um den Hals hat. Also sehe ich ihn mir genauer an und...was...war da um seinen Hals? Eine Schlange. Ich meine. Eine Schlange Schlange. Eine echte Schlange, die wie ein Schal um seinen Hals gewickelt war und den Kopf nach allen Seiten gedregt hat. Gut. Ich glaube zwar nicht, dass er damit einen neuen Trend setzt, aber jedem das seine.
Was ich von den New Yorkern schon übernommen habe ist das ständige genervt sein von langsamen Touristen(gruppen), die sich nicht auskennen und dementsprechend die engen Wege blockieren. Und außerdem, alle Leute zu ignorieren, die mich 1. umstylen 2. zu Scientology 3. ins Theater 4. ins Restaurant oder 5. zu einem neuen Blackberry überreden wollen. Es geht nicht anders, einfach weitergehen und so tun, als wären sie Luft. Sonst kommt man aus der Sache nie wieder raus.
Letzte Woche war ich zusammen mit Jana zu einem BBC in Midtown eingeladen, zur Feier des Independence Days und ich werde Fotos online stellen, denn sonst glaubt ihr mir nie. Wir waren ca. 10 Leute und das Essen hätte Problemlos für ca. 30 gereicht. Tja, die Amis denken halt in ein bisschen größeren Dimensionen, gell? Kurz nach dem Essen hab ich dann von Nick aus Belize gelernt, wie man Meerenge tanzt und von Rob, dass ich mich von niemanden auf dieser Welt ausnützen lassen darf. Ein sehr erleuchtender Abend gekrönt vom größten Feuerwerk, dass ich jemals gesehen habe. Ich weiß nicht, wie viel Geld dort in die Luft gejagt worden ist, aber es war großartig und wir hatten von Williamsburg/Brooklyn den besten Blick auf die Skyline, die gegen Ende im Dunst und Nebel der Feuerwerkskörper verschwunden war.
Was ich (neben euch) sehr vermisse, ist die europäische Mentalität. Ich weiß, mag komisch klingen, ist aber so. Die Amis sind alle sehr nett und sehr freundlich, aber das Problem ist, sie sind es, weil sie es sein müssen, nicht, weil sie es wollen. Viele sind es einfach, meinen es aber nicht so. In Europa merkt man es einfach mehr, wer wirklich nett ist und wer nicht. Hier ist einfach alles ein bisschen gespielt. Außerdem vermisse ich das österreichische Brot...
Gestern habe ich mich online für die Uni in Wien angemeldet, wollte das nur mal kurz erwähnen. Es ist jetzt also offiziell, dass ich zurückkomme und ich freue mich auf wunderbare Jahre mit euch.
Hoffe, dass hat mal gelangt, ich schreibe bald wieder,
Bussi, Lisa
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