Sonntag, 6. April 2008

Tag 1

Wie erwartet konnte ich die Nacht vor der großen Reise nicht einschlafen…es gab einfach zu viel nachzudenken, zu viel zum Grübeln und zu viel zum Zweifeln. Okay, ich bin keine 13 mehr, aber werde ich mich echt in DER Metropole schlecht hin zu recht finden? Immerhin hat New York City so viele Einwohner wie ganz Österreich!!!

Die Fahrt zum Flughafen verging viel zu schnell und schon fand ich mich zwischen all den anderen Reisenden am Gate A02 wieder. Und zum ersten Mal sah ich eine religiöse Gruppe, die ich bisher nur von Fotos kannte: Strenggläubige Juden, mit langen schwarzen Mänteln, weißen Hemden, großen schwarzen Hüten und diesen zwei Locken, die links und rechts vor den Ohren hängen. Ich hoffe, ich hab sie nicht zu sehr angestarrt, aber das war schon mal die erste Kuriosität, obwohl ich noch gar nicht gelandet war.

Im Flugzeug hatte ich leider nicht so viel Glück. Neben mir saß ein rund 65-jähriger Albaner, der kein Wort Englisch oder Deutsch sprach und dementsprechend schwierig war auch die Verständigung auf dem 9-stündigen Flug. Ich denke, dass er wollte, dass ich ihm seine Einreisebestätigung schreibe, aber da hab ich mich absichtlich dumm gestellt. Dort musste man Fragen nach Krankheiten und Gepäck beantworten und das war mir ein bisschen zu unsicher.

Wenn man über etwas nämlich nicht lachen sollte, dann über die amerikanischen Sicherheitsvorkehrungen bei der Immigration. Echt. Nicht. Ich war nah dran, hab es dann aber gelassen. Ich meine…ihr kennt mich…was hätte ich denn bei:

‚…sind die körperlich oder geistig behindert?’ oder ‚…nehmen sie Drogen oder handeln sie mit Drogen?’ oder: (mein Liebling) ‚…waren sie aktiv an den in Deutschland begangenen Kriegsverbrechen zwischen den Jahren 39 und 45 beteiligt?’

Nein, so was darf man gar nicht mit Humor sehen…sonst kann man sich schneller als einen lieb ist in einem Extrazimmer am Flughafen wieder finden. Und das war definitiv eines der Erlebnisse, auf die ich gut verzichten konnte.

Gut. Wie einige wissen, war ich in meinem Leben zweimal in Dubai und habe dort auch insgesamt vier Stempel in meinem Pass bekommen. Auf Arabisch. Ja. Ich hatte ein wenig Angst, als mich der Immigration-Officer fragte:

‚So, you’ve been to the United Emirates?’
,Yes, Sir.’
,Hmmm…how’s the weather there?’ (an diesem Punkt hätte ich ihn verprügeln können.)
,Oh, pretty good. Very hot.’
,Okay, you can pass. Have a nice stay.’

Ich weiß. Als gute Bürgerin sollte man keinen Grund haben, vor diesem ganzen Einreiseszenario nervös zu sein. Macht nichts. Ich wars trotzdem.

Ein großes Lob an dieser Stelle an die AUA und das Personal des JFK. Die laden das Gepäck so genial schnell aus! Ich mein, letztes Jahr in Rom musste ich ca. 1 ½ Stunden warten und hier…woooom…echt super.

Und dann…dann geschah endlich das, was ich schon immer machen wollte: Ich dufte Taxi fahren. Okay. Nicht ich. Mein Taxifahrer ist gefahren, aber es war ein Anfang.
Nach der 45 minütigen Fahrt war ich endlich in meinem Hotel angekommen, wo dann das erste Problem auftauchte: Ich war nicht erwachsen, nicht 21 und durfte deswegen nicht alleine einchecken, geschweigedenn in dem Hotel wohnen.

,You know, we’ve got a large minibar, and if anythings happens to you, the hotel is responsible.’

Hier stand ich also. 6000 Kilometer weg von zu Hause, alleine und ziemlich verunsichert. Wollten die mich verarschen? Das konnte doch unmöglich stimmen. Okay, dass ich keinen Alk trinken darf, weiß ich selbst, aber das ich nicht alleine in einem Hotel wohnen kann?
Und hier das nächste Lob: Die Amis sind einfach spitze. Der Concierge hat anscheinend noch mal telefoniert, meinen Pass und meine Kreditkarte kopiert und mich schwören lassen, dass ich die Finger von der Bar lasse. Mein Gott, war ich erleichtert.

Einer von den Doorboys hat mir dann mit dem Gepäck geholfen. Ich hoffe, ich kann euch ein Foto zeigen, weil er einfach unglaublich nett war. Außerdem konnte er fließend Deutsch, weil seine Mutter mal in Wien für die UN gearbeitet hat…was für eine Wohltat nach so einer langen Reise.

Das komische ist nur…unten an der Rezeption haben sie mir gesagt, dass sie die MiniBar ausräumen würden (Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser), aber komischerweise ist die Bar noch da. Und zwar voll. Voller als voll.

Vielleicht tun sie das ja nur, um mich zu testen. Aber keine Sorge…ich kann wiederstehen…wenn es sein muss, auch dem berühmten und abgöttisch teuren „Grey Goose Vodka“.

Auch wenn ich schon ziemlich erledigt war, wollte ich nicht einfach ins Bett gehen, sondern endlich was von der Stadt sehen. Also schnappte ich mir einen Straßenplan und schaffte es noch zur Autogrammstunde mit Jozy Altidore in der ESPNZONE am Broadway [Foto] (die größte Sportbar die ich je gesehen habe) und zu einem kleinen Shoppingtrip in einem Restaurant und in einem Drugstore…ohh….ich liebe dieses Wort ^^

Okay. Das war also Tag eins in der Stadt, die niemals schläft.

1 Kommentar:

Jessie hat gesagt…

Hey :)
Ja.. normalerweise sollte man als "braver" Bürger keine Angst vor der Einreisekontrolle haben.. bis man mal über eine Stunde in diesem Empfangsraum stecken geblieben ist, weil sie mich nicht einreisen lassen wollten..
Du kennst ja jetzt eh den ersten Raum (bevor man überhaupt zu den Koffer kommt)
Ich stand dort - alleine - und keiner wollte mir helfen.. ich hoffe dir bleibt sowas dort erspart ;) es gibt dort nämlich nicht mal Telefone oder sonstige Kommunikationsmittel in die Außenwelt..^^