Sonntag, 6. April 2008

Tag 2

Der zweite Tag in New York begann früh, dank des Jetlags. Zwar war mein Wecker erst um halb acht gestellt, aber ab fünf Uhr früh lag ich wach in meinem Bett, was mir aber vollkommen egal war. Ich zog die Rollläden an meinen drei Fenstern hoch und schon wurde mein Zimmer in das Licht der Wolkenkratzer von Midtown Manhattan getaucht.

Heute sollte ich zu einem Busbahnhof, um nach New Jersey zu fahren, wo mein zukünftiger Arbeitsplatz ist. Eine neue Aufgabe also. Der Busbahnhof Port Authority war nicht schwer zu finden, denn er liegt von meinem Hotel nur drei Blocks entfernt und ist ziemlich schwer zu übersehen. Das Hilight auf dem Weg zum Bus ist aber definitiv das riesige Gebäude in dem die New York Times zu Hause ist. Ja ja, mein journalistisches Herz ist leicht zu erheitern…

Eigentlich war alles ganz easy. Ich kaufte zwei Tickets und wartete am Gate 318 im zweiten Gebäudekomplex auf den Bus 129 nach Secaucus. Doch dann gab es ein paar Schwierigkeiten: Unter anderen ein Busfahrer, der mich irgendwie nicht verstanden hat:

‚I am sorry Sir, do you stop at Harmon Cove?’
‘Where do you need to go?’
‘Harmon Cove.’
‘Yeah, but where do you need to go?’
‘Ahm…One Harmon Plaza at Harmon Cove?’
‘Yes, but where?’
‘Secaucus!’ (Halloooo??? Willst du mich verarschen? Immerhin bist DU der Fahrer!)
‚But where?’

Nach dem letzten Satz hab ich aufgegeben. Tja, die Tragödie war aber noch nicht vorbei. Gerade als der Bus losfuhr, kam von links ein anderer Bus, unser toller Busfahrer fuhr weiter nach vorne, um zu signalisieren, dass er jetzt fährt, doch der von links kommende Bus wurde nicht langsamer und so rammte unser Bus den Bus nach Atlantic City. Toll. Meine erste Busfahrt und schon hatte ich einen Unfall und 20 Minuten Verspätung.
Die richtige Station habe ich –dank einer netten Frau- dann doch gefunden. Sie hat den Busfahrer dann ganz laut angeschrien: ‚Stop here! Stop at Crowne Plaza!’

Die Zeit, die ich im Büro verbracht habe war nett, aber auch ein bisschen zach. Die Leute hatten alle viel zu tun und so hing ich zuerst ein wenig rum, bevor ich dann Artikel aus dem Internet raussuchen und katalogisieren musste. Ganz nett und nicht sehr langweilig. Um halb drei hatte ich dann aber genug und bin, nach einem letzten Gespräch mit meinem Boss, nach Hause gefahren. Mit dem 129 und diesmal ohne Unfall.

Eine Sache ist mir aufgefallen, obwohl ich erst seit zwei Tagen hier bin: Ich hatte fest damit gerechnet, dass ich irgendwann die totale Panik in punkto Orientierung bekommen würde. Ich hab mich immer davor gefürchtet, irgendwo hinzukommen, wo ich mich nicht auskenne. Hier ist das aber überhaupt nicht so. Nach der Arbeit wusste ich nicht mal, ob ich auf der richtigen Straßenseite stand, um den Bus nach Manhattan zu erwischen (de facto stand ich wirklich auf der falschen Seite, aber Gott sei Dank konnte ich die insgesamt acht Spuren Highway schnell bewältigen) und war ganz ruhig. Ich hatte null Panik. Nichts.

Im Hotel angekommen hatte ich wieder keine Lust, einfach so rumzugammeln, also zog ich mich um und machte mich auf, den Times Square zu erobern. Und ich weiß es. Heute ist es passiert. Heute habe ich mich in New York verliebt. Es ist alles so unglaublich. Die Menschen, die Geschäfte, die Dimensionen, einfach alles. Ich weiß nicht warum, aber ich hab mich selten sicherer gefühlt, als hier. Natürlich hört man immer die schlimmen Sachen, die hier passieren und eigentlich denkt man, dass man Angst haben und dich unsicher fühlen wird, aber das ist nicht so. Ich fühle mich sicher. Ich fühle mich so, als wüsste ich, dass mir nichts passieren kann. Und das ist eigenartig, oder? Ich, die am Karlsplatz mit Morphgeschwindigkeit die Banhsteige verlässt oder sich am Abend in Mödling lieber zweimal umsieht, ob da jemand hinter ihr geht. Ich habe keine Angst. Und wisst ihr was? Das ist ein richtig geniales Gefühl.

Ausbeute des Tages: Zwei Bücher, zwei T-Shirts, ein Haarshampoo, das in Österreich das Doppelte kostet und ein Starbuck’s Frappucchino im Glas für morgen Früh, da es unmöglich ist, sich vorher noch einen frischen Kaffee zu holen. Zwar sind gleich bei mir um die Ecke zwei Stores, aber die sind in der Früh einfach zu überfüllt.

Also…morgen wiederholt sich das alles ein bisschen und ich werde mich, mit meinem Kaffee und einer Ausgabe der New York Times bewaffnet, auf den Weg ins Büro machen. Am Samstag muss ich erst am Nachmittag hin um dann gleich ins Giant’s Stadium zu gehen, denn die Soccer Season fängt wieder an im Amiland und ich bin dabei, wenn die Red Bulls New York ihr Eröffnungsspiel haben. Der Sonntag gehört dann aber ganz mir: Ich hab schon jede Menge Geschäfte gesehen, in denen ich einkaufen will und außerdem habe ich mir vorgenommen, den Broadway gaaaaaanz weit zu Fuß runter zu gehen. Damit ich auch ja nichts verpasse. Also dann…gute Nacht meine Lieben!

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

das klingt ja echt alles ganz wunderbar!!! ich hoffe jedoch, dass du dich in NY nicht allzu wohl fuehlst, denn du weisst: WIR WUERDEN DICH SCHON GERN WIEDER IN OESTERREICH SEHEN!!!
auf jeden fall hatte ich hier auch schon sehr lustige buserlebnisse: in costa rica gibt es keine strassennamen, keine strassennummern... und die bushaltestellen sind meistens auch nur durch eine gelben strich ( der normalerweise echt klein und echt alt und vergilbt ist...) erkennbar... na das ist immer ein spass die suchen zu gehen!!!